
My new webcomic: Erau & Sieau
Because I can’t sleep today, I decided to start a webcomic. Here’s the cast:

Über das organische Ganze, in Kunst oder aber Musik.
Spätestens mit Siegfried Kracauers Texten Der Kult der Zerstreuung (1926) und Das Ornament der Masse (1927) dürfte langsam klar geworden sein, dass einer der wesentlichen Bestandteile des modernen Lebens die Zerstückelung ist. Kracauer sieht diese Zerstückelung oder Fragmentierung in der Form des damals gerade florierenden Kinos angelegt: die Bilder sind nur “zerhackt” aufgenommene Einzelbilder, die Möglichkeit des Schnitts zerstückelt die Filmwahrnehmung noch mehr. Durch den Schnitt bewegt sich unser Auge, während unser Körper still steht – ein Ich-Verlust? Kracauer, der in Berlin die ersten theoretischen Werke zum Kino schrieb, wurde dafür von der bürgerlichen Bildungsschicht, die im Kino hauptsächlich ein billiges und unstandesgemäßes Medium sah, nicht gerade gelobt. Was deshalb um so erstaunlicher ist, ist also die Kernaussage seiner Texte:
Heute werden die Begriffe “Masse” und “Unterhaltung” gleich wie zur Zeit Kracauers hauptsächlich negativ bewertet – vor allem von Deutschlehrerinnen die sich in Hochkultur verliebt haben. Erstaunlicherweise sieht Kracauer diese Begriffe aber nicht negativ, sondern sieht eine Chance in ihnen – die Masse lerne im Kino die Wahrnehmung der immer schneller werdenden Welt ein. Kracauer interessiert sich deshalb vor allem für Filme, die das Chaos des realen Leben ausstellen, anstatt dem Zuschauer eine Ordnung vorzugaukeln. Dazu gehört Vertovs Der Mann mit der Kamera genauso wie so ziemlich alles von Chaplin. Und tatsächlich, die Segmentierung nahm auch Einzug in alle anderen Dinge: Trennung von Arbeit und Alltag, Werbeunterbrechungen und der fragmenthafte Charakter des Internets.
Die Frage ist nun: wie sieht es in der Musik aus? Die meisten Musiker und DJs haben das Ziel ein organisches Werk zu schaffen – also etwas, das in sich schlüssig ist, wo alles “zusammenpasst”. Die Lieder auf einem Album müssen stilistisch zusammenpassen. Die Lieder müssen gleich gemischt werden, damit sie zusammenpassen Doch warum will man das erreichen? Damit man die Musik schneller einordnen kann? Damit der Hörer keine (bösen?) Überraschungen erleben kann? Oder einfach, weil ein Lied/Album keine Umschwünge haben darf? Wenn ein Ambient-Track in 4-On-the-Floor-Elektro übergeht, dann ist das akzeptabel – der Ambient war das “Intro”. Was ist aber, wenn ein 140bpm-Smasher in 70bpm Dubstep übergeht? Oder ein fröhliches Lied depressiv wird um dann zu totalen Noise überzugehen? Ich denke, dass diese Umschwünge die größte Chance überhaupt sind, die man als Musiker haben kann. Gerade, WEIL alle anderen ein organisches Werk machen, gerade WEIL es so schwer ist das dann trotzdem nach einer Band/einem Künstler klingen zu lassen. Natürlich sehe ich keinen dogmatischen Zwang zu einem nicht-organischen Kunstwerk, aber die Grenze sollte hinterfragt werden.
Aber im Ernst. Wenn man einen eigenen Zugang zu der Kunst hat kann man machen, was man will, es wird immer nach einem klingen. Dazu muss man eine eigene Arbeitsweise erreichen, experimentieren und was Neues machen wollen. Wenn man keinen eigenen Zugang zur Kunst hat, dann macht man keine Kunst, sondern Handwerk.
Neues Lied: Forelle für submarine Aktivitäten – Ohne Worte

Forelle für submarine Aktivitäten – Ohne Worte by Forelle für submarine Ak.
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